O`zapft is! Hopfen, Malz und Zellgift

      Nennt das Kind endlich beim Namen!

      Seit wann ist den Brauereien bekannt und bewusst, dass sie mit Alkohol Drogen herstellen?

      Ja – Brauereien (und andere Produzenten von alkoholischen Getränken) wussten schon immer, dass sie ein psychoaktives, berauschendes Mittel herstellen. Nur das Wort Droge wurde erst viel später für solche Substanzen üblich.

      Hier ein kurzer Überblick:

       

      Antike & Frühgeschichte (seit >10.000 Jahren)

      • Bier und Wein gehören zu den ältesten kultivierten „Technologien“.

      • Schon die Sumerer (ca. 3.000 v. Chr.) beschrieben Bier als „göttliches Geschenk“, das Rausch, Freude und Entspannung bringt.

      • In ägyptischen, griechischen und römischen Schriften ist klar dokumentiert, dass Alkohol betrunken macht, die Wahrnehmung verändert und „Mut“ oder „Vergessen“ spendet.

      • Damals galt das nicht als „Droge“ im heutigen Sinn, sondern als ritueller oder sozialer Begleiter – trotzdem war das Bewusstsein für seine Wirkung da.

      Mittelalter

      • Klösterliche Brauereien hatten exakte Kenntnisse über die berauschende Wirkung ihrer Biere.

      • Man braute bewusst stärkere oder schwächere Biere für verschiedene Zwecke (Festtage, Fastenzeiten, Alltag).

      • Überlieferungen zeigen, dass der „Rausch“ erwünscht, aber kontrolliert war. Exzesse wurden moralisch getadelt – was beweist, dass man um die Wirkung wusste.

      Industrialisierung (19. Jh.)

      • Mit der chemischen Analyse von Ethanol (Lavoisier, 18. Jh.) und dem Aufstieg der Biochemie war wissenschaftlich klar, dass Bier, Wein & Spirituosen psychotrope Substanzen enthalten.

      • Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzten sich Begriffe wie „Alkoholvergiftung“ und „Alkoholkrankheit“ durch.

      • Brauereien wussten spätestens hier: Sie produzieren ein Produkt mit Gesundheitsrisiko und Abhängigkeitspotenzial.

      Wer heute noch so tut, als sei Alkohol eine harmlose Tradition, macht sich mitverantwortlich für JÄHRLICH:

      • 50.000.000.000€ Volkswirtschaftlichem Schaden
      • 45.000 Tote
      • 1000e Folge-Krebserkrankungen.


      -Unwissenheit kann keine Entschuldigung mehr sein.-

      Moderne (20. & 21. Jh.)

      • Seit den 1950er- und 1960er-Jahren ist Alkohol in der Medizin, Psychiatrie und WHO-Klassifikation eindeutig als psychoaktive Substanz und Suchtdroge eingeordnet.

      • Brauereien sind seitdem zweifelsfrei informiert – nicht nur über den Rausch, sondern auch über die sozialen, gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden.

      • Trotzdem kommunizieren sie öffentlich eher „Genuss, Tradition, Lebensfreude“, um das Image von einer gefährlichen Droge zu vermeiden.

      Stefan Friedlein
      Author: Stefan Friedlein

      Mein Spitzname: Mr.Brain. Ich bin der Gründer der Selbsthilfegruppe Saxuminsalo (Fels in der Brandung). Wieso der Spitzname Mr. Brain? In Anlehnung an den inneren Antrieb von Tsukumo Ryusuke, einer japanischen Filmfigur. So wie Tsukumo Ryusuke, habe ich meine ganz eigenen Sicht auf die Welt und die Menschen um mich herum und nehme "skandalöse" Themen in Angriff, für die vielen Menschen der Mut, die Rafinesse oder/und die Courage fehlt. In meinem Fall: Respekt und Gerechtigkeit für psychisch erkrankte Menschen, speziell für Suchtkranke und Suchtkranke mit zusätzlichen affektiven Störungen (Komorbidität).

      Stefan Friedlein
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